• Schüchterne Freundlichkeit ohne Grenzen

    In Ruhe schwitzen

    Saunas haben in Finnland eine tausende Jahre alte Tradition. Der Saunabesuch soll Körper und Geist reinigen. Für viele ist es ein Ort der inneren Einkehr. Für Besucher ist es meist kein Problem, einen Einheimischen zu finden, der ihnen die Saunaetikette zeigt.

  • Flucht in die Wälder

    Oft sind Besucher von der unermesslichen Weite der finnischen Natur überrascht. „Wenn man in New York ins Auto steigt und 30 Minuten fährt, landet man in Queens, aber eine halbe Autostunde von Helsinki entfernt ist man bereits im Wald“, erzählt Chris Wlach, ein amerikanischer Anwalt, der Finnland bereits zweimal besucht hat.

  • Raum zu Atmen

    Finnlands Bevölkerungsdichte beträgt 15 Menschen pro Quadratkilometer und ist damit eine der geringsten in Europa. Im Vergleich dazu, beläuft sich die Bevölkerungsdichte in den Niederlanden auf 378 Menschen pro Quadratkilometer. In manchen Gegenden kann man einen ganzen Sommerurlaub verbringen, ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen.

  • Hüttenleben

    Viele Finnen meinen, dass man seinen Sommerurlaub nur außerhalb der Großstadt genießen kann. Im ganzen Land gibt es ungefähr 500.000 Sommerhütten. Viele verfügen nicht über fließendes Wasser und es heißt, dass ein Plumpsklo zum wahren Erlebnis dazugehört.

  • Ich weiß, ich bin schüchtern

    Die Finnen fördern ihr eigenes Image der Schüchternheit und Introvertiertheit und machen oft Witze darüber. „Die Finnen sind sich ihres Rufes als reservierte Menschen im Vergleich zu anderen europäischen Nationen bewusst, selbst im Vergleich zu den Schweden“, so Chris Wlach.

  • Das Klischee der Zurückhaltung

    Wenn man nach dem Eindruck vieler Besucher geht, ist das Bild der finnischen Schüchternheit oft Übertreibung. „Die Finnen fangen zwar nicht unbedingt ein Gespräch an, aber um ehrlich zu sein, das passiert auch an vielen anderen Orten nicht einfach so“, erzählt Magdalena Skipper aus London, die eine Sommerhütte in Finnland gemietet hat.

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Wie sind die Finnen eigentlich?

Die Finnen spötteln gerne über ihre ausgesprochene Schüchternheit, aber viele Besucher haben eine ziemlich andere Erfahrung mit der lokalen Kultur.

Ein introvertierter Finne schaut auf seine Schuhe, wenn er mit jemandem redet; ein extrovertierter Finne schaut auf die Schuhe seine Gegenübers,” besagt ein oft zitierter finnischer Witz. Da die Finnen in einem historisch isolierten und dünn besiedelten Land leben, sind sie nicht nur bekannt für ihren Hang zum Schweigen, sondern sich dessen auch genau bewusst. Tatsache ist, dass die meisten Reiseführer die Vorliebe der Einwohner für Privatsphäre erwähnen.

Die Finnen warnen Besucher oft vor der reservierten Natur ihrer Landsleute, aber den meisten Ausländer fällt etwas ganz anderes auf: die Freundlichkeit der Menschen und – passenderweise – ihr Hang zu selbstironischem Humor.

ZURÜCKHALTENDE FREUNDLICHKEIT

Ich hatte von meinem finnischen Lehrer und von Freunden gehört, dass Finnen reservierte Menschen sind, was komisch ist, denn meine eigene Erfahrung war ganz anders,” erzählt Chris Wlach, ein in New York lebender Anwalt, der Finnisch im College gelernt und das Land zweimal besucht hat.

Magdalena Skipper ist eine in London ansässige Redakteurin des Magazins Nature, die im vergangenen Sommer in der Nähe von Kuopio eine Sommerhütte mit Seeblick gemietet hatte. Obwohl sich der Hang der Finnen zum Alleinsein auf verschiedene Art und Weise bemerkbar machte – ihr war zum Besispiel aufgefallen, dass viele Finnen alleine auf ein Gläschen in die örtliche Bar kamen – so war sie doch von der Wärme der Menschen beeindruckt, nicht nur in der Bar, sondern auch im Tourismusbüro oder sogar in der Sauna. Dort fing ein Mann ein langes Gespräch mit einer Gruppe von ausländischen Besuchern an.

Natürlich gehört es zur Arbeit der Angestellten im Tourismusbüro, Informationen zu vermitteln, aber man kann sich in einem solchen Gespräch ganz auf die Fakten beschränken oder dabei freundlich und interessiert sein. Die Angestellten im Tourismusbüro von Kuopio waren sehr zuvorkommend”, erzählt sie.

Spielerisch bewusstSEIN

Alison Daly stammt aus dem Vereinigten Königreich und hat sich während ihres akademischen Austauschjahres im französischen Lille mit zwei finnischen Mädchen angefreundet. Ihr war aufgefallen, dass sich ihre finnischen Freundinnen im internationalen Umfeld zurückhaltender verhielten als in ihrer Komfortzone daheim.

In Frankreich hat es ein wenig gedauert bis wir wirklich befreundet waren, da sie in der Gruppe stiller waren, aber in Finnland, im Umfeld ihrer Freunde, konnte ich keinerlei Schüchternheit feststellen“, berichtet sie, und sagt weiter: Ich habe gehört, dass die Finnen kühl sein sollen, aber insbesondere wenn man Gast eines Freundes ist, gibt es keine Mauern. Ich wurde mit offenen Armen empfangen.”

Chris Wlach meint, dass sein Studium in New York wohl seine Wahrnehmung beeinflusst hat, da die meisten Finnen, die er dort kennenlernte, sich sehr aktiv in der örtlichen Kulturgemeinschaft engagierten und so von Natur aus extrovertiert waren. Aber er fügt hinzu, dass er auch in Finnland stets freundlich empfangen wurde. Aufgefallen sei ihm außerdem, dass Finnen sich ihres schüchternen Rufes bewusst sind.

Es ist ein spielerisches Bewusstsein. Anders als bei Vorurteilen in vielen anderen Ländern, bei denen man zögert, sich darüber lustig zu machen, scheinen die meisten Finnen sich ihres Rufes bewusst zu sein und nehmen sich nicht allzu ernst.”

Finnland

Zwischen Osten und Westen, mit schneereichen Wintern und warmen, sonnigen Sommern gibt es in Finnland viele faszinierende Gegensätze zu entdecken. Finnlands unberührte Wälder mit seinen Tausenden von Inseln und Seen bieten Besuchern mehr als genug Gelegenheit, die wunderschöne Natur zu genießen.

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