Finnische Rentiere von Angesicht zu Angesicht: der richtige Umgang mit den Tieren

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Foto: Thomas Kast

Rentiere sind in Lappland ein alltäglicher Anblick, aber dennoch etwas Besonderes. Mit diesen Tipps wird die Begegnung zum unvergesslichen Erlebnis.

Obwohl die unendlichen Weiten von Lappland viel Platz zum Umherstreifen bieten, wirst du bei deinem Finnlandurlaub höchstwahrscheinlich auf eine Rentierherde stoßen, die frei in den Fjells, Wäldern oder am Straßenrand weidet. Das liegt auch daran, dass es in Lappland ungefähr genauso viele Rentiere wie Menschen gibt.

An den folgenden drei Orten kann man auf die ikonischen Tiere Lapplands stoßen. Wir geben dir auch ein paar Ratschläge mit auf den Weg, damit die Begegnung von Mensch und Tier zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

Rentiere in Finnlands freier Wildbahn

Wer Lappland besucht und dabei kein einziges Rentier zu Gesicht bekommt, ist im falschen Film – denn die Tiere weiden oft in der Nähe von Straßen und menschlichen Siedlungen. Auch beim Skifahren sind Rentiere kein ungewöhnlicher Anblick. Obwohl sie frei herumlaufen, sind sie halb domestiziert, das heißt halb zahm, halb wild. Und jedes Tier in einem finnischen Wald gehört einem Hirten.

In der freien Wildbahn sind Rentiere immer in Bewegung. Sie suchen je nach Jahreszeit und Wetterlage auf einer Weidefläche, die über 1.000 km² groß sein, nach der besten Stelle für Futter. Mehr als 350 verschiedene Pflanzenarten stehen auf ihrem Speiseplan, aber im Winter fressen sie hauptsächlich Flechten.

Rentiere können neugierig sein und versuchen, sich dir zu nähern. Du solltest jedoch lieber Abstand halten. Laut finnischem Gesetz ist es nicht erlaubt, die Rentiere in irgendeiner Weise zu stören oder zu erschrecken. Verängstige die Tiere daher nicht, wenn du dich beispielsweise für ein Foto einem Tier näherst.

Abstand halten kann auch für Ihre Sicherheit sorgen – besonders während der Brunftzeit im Herbst, wenn sich die liebestollen Hirsche unvorhersehbar verhalten. Und wenn du beim Autofahren ein Rentier-Warnschild siehst, solltest du besonders vorsichtig fahren. Eine mitten auf der Straße stehende Rentierherde ist in Lappland nichts Ungewöhnliches. Aber keine Sorge, die Rentiere wollen nicht per Anhalter mitfahren...

Foto: Julia Kivelä

Rentiere auf einer Farm

Die Beziehung zwischen Rentieren und Menschen ist mehrere Tausend Jahre alt. Zuerst wurden die Tiere gejagt, später domestiziert und gehalten. Vor allem die Samen sind für ihre Rentierzucht bekannt. In Nordlappland sind Rentiere für sie noch immer eine wichtige Einnahmequelle.

Obwohl die echten Rentiere nicht am Himmel fliegen, haben sie dennoch etwas Magisches. Der Besuch einer finnischen Rentierfarm steht oft ganz oben auf dem Wunschzettel von Finnlandbesuchern – zum Glück ist das Angebot groß. Auf solchen Farmen erfährst du mehr über die besonderen Tiere und das Leben der Hirten. Viele Farmen organisieren auch kurze Rentierschlittenfahrten – eine umweltfreundliche Urlaubsaktivität vom Feinsten.

Mit etwas Glück darfst du die Tiere auch füttern. Aber bitte denke an einen respektvollen Umgang mit den friedfertigen Kreaturen: Sie mögen keine lauten Geräusche, plötzlichen Bewegungen oder Streicheleinheiten.

Credits: Jason Charles Hill

Rentiersafaris in Finnland

Finnlandbesucher sollten sich eine Rentierschlittenfahrt nicht entgehen lassen. In einem Holzschlitten durch einen verschneiten Wald zu gleiten, ist ein magisches Erlebnis – viele kennen diese romantischen Fotos von Reiseanbietern. Eine Schlittenfahrt ist jedoch keine Erfindung der Tourismusbranche, sondern eine alte samische Art der Fortbewegung.

Rentiersafaris sind längere Schlittenfahrten, die dich durch die winterliche Landschaft führen. Die Safaris können von einer halben Stunde bis zu einem ganzen Tag dauern, mit Mahlzeiten und Kaffeepausen am Lagerfeuer. Sie sind eine großartige Möglichkeit, um die arktische Natur und die Menschen des Nordens besser kennenzulernen. Da die Schlitten in einem gemütlichen Tempo unterwegs sind, eignet sich eine Fahrt für Groß und Klein. Und gleichzeitig lernst du die Rentiere aus einer anderen Perspektive kennen und kannst mehr Zeit mit ihnen verbringen.

Die Ausbildung der Rentiere dauert 2 bis 4 Jahre. Als Schlittentiere werden hauptsächlich Tiere aus weidenden Herden ausgewählt. Die Rentierzüchter begutachten die Kälber und beurteilen ihre Eignung als Schlittentier. Sie bevorzugen große Kälber, die mutig, ruhig und neugierig sind.

Foto : Antti Pietikäinen
Foto: Vastavalo / Matti Koutonen

Rentiere in Finnland

Meistens verbindet man Rentiere mit Lappland, aber auch in der nördlichen Seenplatte und sogar in Helsinki kann man manchmal Rentiere antreffen! Die Rentierzucht beginnt im Norden Finnlands in der Region Kainuu. Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, wirst du das leicht erkennen – große gelbe Schilder weisen darauf hin, dass hier das offizielle Rentierzuchtgebiet beginnt. Wenn du in der nördlichen Seenplatte bist und eine Rentierfarm besuchen willst, hast du in Ukkohalla, Suomussalmi und Hossa die Möglichkeit. In der Metropolregion Helsinki leben Rentiere nahe dem Nuuksio-Nationalpark und im Nuuksio-Rentierpark.

Siehe auch

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